Achtsames Treppensteigen für die Gelassenheit

Am Begegnungstag vom 20. November haben rund 30 Integrationspartner teilgenommen. Gemeinsam mit Brügglis Arbeitsassistenz und dem Psychotherapeuten Andreas Knuf widmeten sie sich dem Thema «Achtsam – mit sich selbst und mit den Mitarbeitenden».

Achtsamkeit liegt regelrecht im Trend. Aber was ist Achtsamkeit überhaupt? Und warum stehen plötzlich überall Buddha-Figuren in den Gärten und Wohnzimmern? Diese Figuren stehen für Ruhe und Gelassenheit. Anfreas Knuf erklärt in seinem Referat, dass wir uns erhoffen, von dieser Ruhe angesteckt zu werden, wenn wir sie zu uns in Wohnzimmer holen. Im Alltag fänden wir diese nämlich nicht. Dort sind wir mit Überreizung, Hektik und Beschleunigung konfrontiert. Achtsamkeit ist die Gegenbewegung dazu. Durch sie sollen wir die Fähigkeit (wieder) erlangen, präsent zu sein und wahrzunehmen, was im gegenwärtigen Moment passiert. Einfach da sein und für einmal nichts tun. Häufig befinden wir uns nämlich im Autopilot: Wir führen Tätigkeiten oft nur halbbewusst aus. Der Körper geht seinen Aufgaben nach, während wir geistig mit etwas ganz anderem beschäftigt sind.

Am Begegnungstag geht es folglich um die Fragen, wie Achtsamkeit in das eigene Leben eingebaut werden kann und wie wir gegenüber den Mitarbeitenden achtsam sein können. In Andreas Knufs interaktiven Referaten erfahren die Teilnehmenden, was Achtsamkeit bedeutet und wie sie diese in ihr Leben integrieren können. Zum Beispiel kann man die Treppe einmal ganz achtsam hochsteigen und wahrnehmen, was dabei eigentlich alles passiert. Oder man drückt morgens achtsam auf den Knopf der Kaffeemaschine, schaut zu und nimmt wahr, wie der Kaffee in die Tasse läuft, und trinkt achtsam den ersten Schluck. Laut Andreas Knuf bringt das Ruhe und Gelassenheit in den Alltag. Unterstützend dazu lernen die Teilnehmenden in Workshops verschiedene Achtsamkeitstechniken wie die Achtsamkeitsmeditation oder das Zen-Gehen kennen.

Achtsam sein sollte man aber nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit den Mitarbeitenden. Andreas Knuf erklärt, dass man im gegenwärtigen Moment präsent sein muss, also wirklich da sein, das Gegenüber und dessen Verhalten wahrnehmen und als sinnhaft verstehen. Jeder Mensch hat Gründe für seine Verhaltensweisen. Auch Offenheit und Einfühlung sind zentrale Punkte. Indem sich die Teilnehmenden am Begegnungstag damit auseinandersetzen, profitiert auch ihr Umfeld – zum Beispiel, wenn das nächste Mitarbeitergespräch von Achtsamkeit geprägt ist. Darin steckt der grosse Wert des Begegnungstages: gemeinsames Betrachten der Dinge und die Auseinandersetzung damit. Zentral ist aber auch die Erkenntnis, dass ein solcher Erfahrungsaustausch einfach sinnvoll ist. Die Arbeitsassistenz blickt auf einen weiteren gelungenen Begegnungstag zurück.